Chronik

44 Jahre GCV - ein Rückblick

von Martin Oheim

Verehrte Leserinnen und Leser,

die nachfolgende Chronik gibt einen Überblick über das Vereinsgeschehen des GCV der vergangenen 44 Jahre. Als Grundlage dienen Berichte und Protokolle aus dem Vereinsarchiv und Aufzeichnungen, die vor allem von Karl Hagner, Heinrich Metz, Herbert Schell und Erwin Riedle der Nachwelt hinterlassen wurden. Wertvolle Hinweise liefern auch die zum 22- und 33-jährigen Vereinsbestehen von Alt-BM Albert Fischer verfassten Rückschauen. Die Verbindungen zur Mainzer Fassnacht wurden von Heimatforscher Leo Achtziger recherchiert.
Sicherlich werden manche Ereignisse nur am Rande gestreift, andere sogar vergessen. Für zukünftige Projekte sind wir über jegliche Anregungen, Berichte, Anekdoten und Fotos dankbar.

Nehmen Sie sich nunmehr Zeit und verfolgen Sie

"44 Jahre Gundelsheimer Carneval-Verein" (GCV):

Beinahe ein Jahrzehnt vor der Gründung des GCV sind es einige Idealisten, insbesondere aus der Gundelsheimer Altstadt, welche aus "Spaß an der Freud" die seit l954 jährlich veranstalteten Herbstfestumzüge zum Anlass nehmen, durch lustige und originelle Gruppen örtliches und überörtliches Geschehen zu glossieren. Diese Aktivitäten finden bei der Bevölkerung zunehmend Beachtung und Beifall. Sie lösen den Wunsch nach echtem Faschingstreiben aus. 1959 so belegen es alte Aufnahmen - ziehen kostümierte Narren durch die Gundelsheimer Gassen. Erstmals zur Fastnachtszeit 1960 wird nach einem
kleinen Umzug, welcher von der heutigen Deutschmeisterhalle durch den Torbogen die Schlossstraße hinab führt, vor dem Alten Rathaus auf Anregung von Karl Schell eine öffentliche und wohl gelungene "Bütt" gewagt. Verfasst wird diese von Karl Dietzel und Rektor Albert Wagner, vorgetragen von Otto Heidinger mit Ortsbüttelassistenz von Anton Ludescher. Die Konstruktion des Büttenfasses liegt in den Händen von Willi Stirmlinger.

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Gundelsheimerin Prinzessin in Mainz

Recherchen von Leo Achtziger lassen die Vermutung zu, dass die Gundelsheimer Faschingsaktivitäten bereits in den 30er Jahren begonnen haben. Seit Mitte der 20er Jahre unterzogen sich nämlich die Essig- und Sauerkonserven-Fabrikanten Theresia und Wilhelm Kühne aus Berlin jährlich der "Roemheldschen Kur“ im Schloss Horneck. Sie fanden Gefallen am schönen Neckartal und kauften die damalige “Gurkeneinlegerei Ziegler“. Später werden die Schwäbische Conservenfabrik am Bahngleis und ein Wohnhaus in der Herbststraße gebaut. Zusammen mit ihrer Tochter Hildegard bewohnt Theresia Kühne dieses Gebäude. Da die Fabrikantengattin aus Mainz stammt, bestehen zur dortigen Fassenacht gute Kontakte. 1938 wird Hildegard Kühne Faschingsprinzessin von Mainz!

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Eine Delegation Gundelsheimer Geschäftsleute fährt per Bus zum Rosenmontagsumzug in die Faschingshochburg. Auf einem mit einem Narrenkopf geschmückten Schild ist zu lesen: "Helau! Gundelsheim die Ordensstadt grüßt Prinzessin Hildegard".
Mit zur Delegation zählen Frauen wie Marie Greiß, die Apothekerin Hilde Kress oder Männer wie Oskar Kallenberger vom gleichnamigen Sägewerk, Kaufmann Hubert Schindler oder Handwerker wie Flaschner Josef Metz und Zimmermann Josef Greiß. Sie alle grüßen unsere Gundelsheimer Prinzessin mit Blumen und machen Fotos vom Prinzenwagen, der als Sechsspänner durch Mainz zieht. Es ist anzunehmen, dass die Teilnehmer begeistert nach jenem Karnevals-Großereignis vom Rhein zurückkommen. Durch den Beginn des zweiten Weltkriegs wird diese Euphorie jäh beendet. Die Menschen haben andere Sorgen. Auch in Gundelsheim ist das Thema "Fasching" in weite Ferne gerückt. Anfang der 50er Jahre werden Kappenabende, wie etwa im Cafe Schell, dem "Tanzsaal des Löwen" oder im Engelsaal, sehr beliebt. Ein bemerkenswertes Bild, 1952 von Fotograf Karl Dietzel aufgenommen, zeigt die lustige Kappenabend-Gesellschaft im Schell-schen Cafe.

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I. Prunk- und Fremdensitzung 1962

Am 24. Februar 1962 findet in der Turnhalle die erste Prunk- und Fremdensitzung in Gundelsheim statt. Initiator ist der spätere Organisationsleiter und Erste Vorsitzende, Heinz Bader. Das Programm umfasst damals bereits 22 Aufritte. Als Prinzenpaar kommt das Prinzenpaar aus Haßmersheim über den Neckar. Mit dabei sind auch die Gundelsheimer Schlosssänger. Unter Leitung von Herbert Schell geben Franz Dittrich, Karl Greiß, Günter Lang, Walter Seubert und Karl Schell jun. das Zeitgeschehen musikalisch zum Besten. Bis l987 textet Herbert Schell für die Gesangsgruppe. Im Jahr darauf wird Rolf Raible Chef der Schlosssänger.

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Über Missgeschicke Gundelsheimer Mitbürger berichten Anton Ludescher und Alfons Schmötzer als Hinterhofmusikanten. Ab der Kampagne l973/74 mit Anton und Bernd Ludescher und seit l989/90 mit Bernd und Jenny Ludescher. Bis heute sind beide Programmpunkte, lediglich von schöpferischen Pausen unterbrochen, erhalten geblieben.

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Gründung des GCV

Der Erfolg dieser Sitzung ermutigt zur Gründung des Gundelsheimer CarnevaI-Vereins (GCV). Die Patenschaft übernimmt dabei der Carnevalclub Haßmersheim (HCC). Bei der durch Heinz Bader eröffneten Gründungsversammlung am 9. März l962 sind laut Protokoll 26 Personen anwesend. Die Wahlen haben folgendes Ergebnis: Vorstandschaft: Präsident Karl Geiger, Organisationsleiter Heinz Bader, Schriftführer und Pressereferent Andreas Haas, Rechnungsführer Herbert Schell, Zeugmeister Josef Schell, Kassier Johann Dittrich, Redakteur für die Fastnachtszeitung Karl Dietzel.

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In den Vereinsausschuss werden Karl Hagner, Anton Ludescher, Heinrich Senser, Alfons Schmötzer und Karl Schell jun. gewählt. Die Vorschläge für den Elferrat lauten: Karl Dietzel, Andreas Haas, Anton Reithmeyer, Alfons Heinzel, Josef Blohmann, Karl Kochenburger, Benno Stirmlinger, Eugen Ziegler, Hans Maier, Kurt Heyke, Josef Greiß, Alfred Kallenberger, Willi Stirmlinger, Dr. Gutruf und Franz Rieg. Weitere Männer der ersten Stunde sind Karl Schell sen., Hans Jillich, Manfred Dubail, Erich Fauser, Karl Greiß, Rudi Hog, Theo Schell, Günter Lang, Walter Seubert, Anton Vogel, Alex Schmidt und Franz Dittrich. Der Jahresbeitrag wird auf vier Mark festgesetzt; das Cafe Schell zum Vereinslokal bestimmt. Die Präambel des Gründungsprotokolls vom 9. März l962 unterzeichnen für den GCV Karl Geiger, Heinz Bader und Andreas Haas, für den Carnelvalclub Haßmersheim Ludwig Gräf, Walter Ernst und Richard Senf. Im Protokollbuch ist nachzulesen, dass der HCC als Pate ”im Notfall das Prinzenpaar zu stellen habe".

Damit war die ohnehin große und bunte Palette der Gundelsheimer Vereine um einen weiteren Farbtupfer bereichert. Zwar prophezeihen manche "Wahrsager" dem GCV ein rasches Verblassen. Doch durch gute Leistungen und großen Einsatz verschafft sich die närrische Familie einen festen Platz im Gundelsheimer Gemeinschaftsleben.

Nach der Gründung geht es sofort zielstrebig an die Vorbereitung der Kampagne 1963. Die erste Komiteesitzung des jungen Vereins findet im Wohnzimmer der Familie Karl Schell statt.
Am 20. Dezember l962 sprechen potenzielle Büttenredner vor neutralen Zensoren ihre vorgesehenen Beiträge vor. In der "Gundelsheimer Narrenstimme", einem Vorgänger des heutigen Programmheftes, ist von zwei Prunksitzungen, einem großen Umzug und dem abendlichen Maskenball in der Turnhalle zu lesen.

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Bei der Auftaktsitzung 1963 feiert das Männerballett mit Karl Hagner (Leitung), Karl Greiß, Anton Ludescher, Herbert Schell, Josef Schell und Heinrich Senser Premiere.

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Als erstes Gundelsheimer Prinzenpaar fungieren Hans Maier und Gerda Knauß. Eine Woche zuvor sind bereits die Senioren auf Schloss Horneck auf närrische Weise unterhalten worden. Bis zum heutigen Tage nimmt der GCV seine soziale Funktion im Gundelsheimer Gemeinschaftsleben wahr. So werden während der Kampagne die Senioren aus dem Verwaltungsraum bei einer Seniorensitzung unterhalten. Neben kostenlosem Kaffee und Kuchen sowie Vesper und Getränken erleben die älteren Gäste bei freiem Eintritt einen närrischen Nachmittag.

Prinzenpaar mit Prinzengarde

Bereits das erste Prinzenpaar des GCV verfügt über eine Prinzengarde. Unter der Gardemajorin Christel Frey feiern die Mädchen in den darauf folgenden Jahren weit über Gundelsheim hinaus große Erfolge. Auch ein "Damenballett" existiert beim GCV. Für die Leitung, so ist den Vereinsprotokollen zu entnehmen, sind zunächst Gerda Knauß und Rudi Hog verantwortlich. Rudi Hog ist es auch, der bis Ende der Neunzigerjahre als Hofmarschall den Faschingsumzug anführt. Viele neue Anschaffungen erfordern einen enormen finanziellen Kraftakt für die Vereinskasse. Aus dieser Zeit ist erwähnenswert, dass Karl Schell sen. dem Verein zum Start ein Darlehen von 600 DM zur Verfügung stellt, für das sämtliche Ausschussmitglieder zu gleichen Teilen die Bürgschaft übernehmen müssen.

Der Kater wird Symbolfigur

Als Vereinssymbol wird der Pfeifen rauchende Kater ausgewählt. Eine auf einer Spanplatte aufgezeichnete Skizze aus dem Jahre l962 wurde beim Abriss einer Einbauküche 2002 in der Roemheldstraße entdeckt. Als Urheber dieser Zeichnung gilt Malermeister Anton Ludescher. Als Symbolfiguren halten im Laufe der Jahre der Till, dann Ritter Kunibert, dargestellt von Alfons Schmötzer, Ritter Götz (Peter Hahn, Eugen Kühner) und zuletzt bis heute der Gundelsheimer Carneval-Kater dem närrischen Volk den kritischen Spiegel vor. 1984 steigt erstmals der Kater in Person von Donate Riedle in die Bütt. Seit l990 wird der Kater von Birgit Greiß verkörpert.

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Der Umzug am 26. Februar 1963 durch die Gundelsheimer Gassen umfasst acht Zugnummern. Selbst die Prinzengarde hat ihren eigenen Wagen.

Bei der ersten Jahreshauptversammlung am 6.4.l963 ergeben sich folgende wesentliche Änderungen in der Vereinsführung: Präsident wird Eugen Ziegler, Organisationsleiter Heinz Bader bekleidet gleichzeitig das Amt des Zweiten Vorsitzenden und zum Sitzungspräsidenten wird Erwin Riedle bestellt. Das Amt des Schatzmeisters hat Hans Maier inne, Schriftführer wird Heinrich Metz.

Aus dem Protokoll:
"Notizen über die Veranstaltung vom 11.11.1963:
Bei der I. Veranstaltung der beginnenden Saison am 11.11.1963 die im Vereinslokal Cafe Schell statt fand, konnten wir ein reges Interesse verzeichnen. (es waren ca. 50 Personen anwesend) Nach der Begrüßung des Vorstandes Eugen Ziegler, übernahm Präsident Erwin Riedle das Wort. Dieser gab in humorvoller Weise einen Überblick über das vergangene jahr. Nebst einer Vorführung von Farbdias und Kommentar per Tonband die unter der Regie des I. Organisationsleiters Heinz Bader und des II. Organisationsleiters Karl Hagner lief, stellte Präsident Erwin Riedle den Gästen anschließend den neuen Elferrat vor. Unsere Hauskapelle "Gebr. Hagner" spielte den Carnevalschlager 63 - 64 der von Erich Fauser vorgesungen wurde. Dank des mitgebrachten Humors aller Gäste wurde der 11.11. noch fröhlich beschlossen."

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In den folgenden Jahren wird das Vereinsleben über das Faschingsgeschehen hinaus durch Monatsversammlungen, gesellige Veranstaltungen, Vereinsausflüge im In- und Ausland, durch Kontaktbesuche bei benachbarten Karnevalsgesellschaften und durch Zusammenarbeit mit anderen kulturell tätigen örtlichen Vereinen gepflegt. Dies trägt nicht unwesentlich zur wachsenden Bedeutung des Vereins bei.

Eigens zu den Prunksitzungen wird jährlich ein neuer Faschingsschlager komponiert. In den Anfangsjahren des GCV stammen Text und Musik aus der Feder von Herbert Schell. Später komponieren Karl und Werner Hagner sowie Bernd Gottwald die Jahresschlager. Bis heute bekanntester Karnevalschlager ist das von Bernd Gottwald verfasste Lied "Carneval in Gundelsheim, da muss man ’mal gewesen sein...".

"Wie schon bekannt ist, startet am Fastnachtsdienstag ein Umzug, veranstaltet vom Gundelsheimer Carneval Verein. Bürgermeister Fischer mit dem Gemeinderat hat sich bereit erklärt, die Musikkapelle für den Umzug zu finanzieren, sowie auch die Kinder mit Berliner-Pfannkuchen zu beschenken. Der Umzug wird um l3 Uhr am Bahnhof aufgestellt, der Abmarsch erfolgt um l4 Uhr und in der gleichen Reihenfolge wie auch schon im letzten jahr. Wir möchten die Eltern noch einmal bitten, die Kinder(... ) nett zu kostümieren."

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Bewirtschaftung beim Herbstfest

Ab 1964 übernimmt der GCV die Bewirtschaftung des in der alten Kelter seit 1954 jährlich stattfindenden dreitägigen Herbstfestes. Der Verein schafft sich durch diesen Gemeinschaftseinsatz eine solide finanzielle Grundlage für seine karnevalistischen Aktivitäten und behält diese Bewirtschaftung bis zum Jahre l980 bei. Neben der Mitfinanzierung des Herbstfestes gestaltet der GCV auch das Programm mit.

"Frohe Stimmung beim Gundelsheimer Herbst
...Letztlich erinnert man sich gerne der adretten und eifrigen Frauen und Männer des Carnevalvereins, die erstmals, jedoch gekonnt und mit Schick, die große Aufgabe der Festbewirtung in der historischen Kelter übernommen hatten."

-Heilbronner Stimme v. 16.09.1964

Gründung des Spielmannszuges

Aus den erzielten Überschüssen der Herbstfestbewirtschaftung wird l965 ein Spielmannszug aufgestellt, der von Heinz Bader geführt wird. Es ist eine tolle Sache, als in der Kampagne l966 dieser aus drei Mädchen und 23 jungen bestehende Spielmannszug in seinen schmucken grün-weißen Uniformen mit schmissigen Weisen als Glanznummer die Prunk- und Fremdensitzung umrahmt. Gegen Ende der 7oer Jahre wird der Spielmannszug aufgelöst.

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l966 wird der bereits damals über die nähere Umgebung hinaus bekannte GCV Mitglied des Landesverbandes Württembergischer Karnevalvereine e.V. (LWK) und des Bundes Deutscher Karneval e.V. (BDK). Im selben Jahr kommt zur Prinzengarde auch die erste Kindergarde im Unterland hinzu. Trainerin ist Margot Schell. l972 feiert als dritte Gruppe die Midi-Garde unter der Regie von Anne Köberle und Trude Sammet ihr Debüt. Ebenfalls l966 hat der GCV mit Eleonore Greiß und Jörg Vins erstmals ein Kinderprinzenpaar.

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Ehrungen durch den LWK

Im Jahre 1967 werden die ersten Großkreuze des Landesverbandes als Anerkennung der Leistungen des Vereins an Eugen Ziegler und Heinz Bader verliehen. Diese Anerkennung wird 1967 auch dadurch unter Beweis gestellt, dass Gundelsheim und damit der GCV - Ziel der zweitägigen Sternfahrt" des Landesverbandes ist. Die Eintragung in das Vereinsregister des Amtsgerichts erfolgt am 2. Dezember 1967.

"Dem Himmelreich nahe: Karnevalisten auf Landerkundung. Neuntes Sterntreffen des LWK in Gundelsheim / Bunter Abend in der historischen Kelter mit vielen Überraschungen."

Faschingsfinale mit Altstadtfasching

Die Faschingsumzüge beginnen in den sechziger und siebziger Jahren bei den Güterschuppen am Bahnhof. Über die Heilbronner Straße führt der Weg in die untere Schlossstraße. Die weitere Umzugsstrecke: Von Brunnen-, Tiefenbacher und Roemheldstraße wieder zurück in die Altstadt bis zur SG-Halle. In den Anfangszeiten werden über das Mitteilungsblatt vor allem Kinder zur Teilnahme aufgefordert. Im Anschluss an den Umzug findet in der SG-Halle ein Kinderfasching statt.

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Der Torbogen beim Kriegerdenkmal entpuppt sich in den Folgejahren immer mehr als Hindernis für die Umzugswagen: Er ist zu eng. Vor der Durchfahrt werden die Türme des Elferratswagens abgebaut, um nach erfolgreichem Passieren wieder anmontiert zu werden. Als auch die Wagen befreundeter Karnevalvereine nicht mehr durchkommen, ändert sich die Umzugsstrecke: Von der Tiefenbacher Straße kommend, geht es über die Brunnenstraße sofort in die Altstadt. Aufgrund der Menschenmassen führt seit l992 die Umzugsstrecke nicht mehr durch die Altstadt, sondern am Rathaus vorbei. Einer der Höhepunkte beim Faschingsumzug ist der Wagen vom “Schulgässle”, auf dem Gundelsheimer Persönlichkeiten treffend glossiert werden. Aus einer spontanen Idee heraus spendiert l979 das Himmelreich-Trio fünfzig Liter Bier, um am Morgen des Faschingsdienstags zu einer Hocketse einzuladen. Von Metzgermeister Eugen Friedrich wird dazu der Fleischkäse spendiert.

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Der Altstadtfasching ist geboren! Im Jahr darauf laden erstmals Gundelsheimer Geschäftsleute unter der Führung des GCV zum Fasching in der Schloss- und Tiefenbacher Straße ein. Der dabei erzielte Verkaufserlös wird für soziale Zwecke gespendet. 1999 zieht der Straßenfasching auf den Rathausparkplatz und in die Tiefenbacher Straße um. 134 Gruppen nehmen am Umzug teil, 2001 sind es 157. Die sporadischen Berichte in der Landesschau vom Gundelsheimer Faschingsfinale werden zur festen Einrichtung: Am Fastnachtsdienstag wird aus Gundelsheim berichtet! 2005 stellt Zugmarschall Uwe Gönnenwein den größten Umzug in der Vereinsgeschichte auf: Sage und schreibe 176 Gruppen ziehen durch die Gundelsheimer Straßen.

Nach einer kurzen Präsidentschaft von Leopold Knoll ab Frühjahr 1969, übernimmt der Organisationsleiter und bisherige stellvertretende Vorsitzende Heinz Bader im Herbst 1969 interimsmäßig die Vereinsleitung. Bei der Hauptversammlung 1970 wird ihm dieses Amt endgültig übertragen. Bis zu seinem viel zu frühen Tode am 22. Juni 1975 übt Heinz Bader dieses Amt zum Wohle des Vereins aus.

Abwehr eines Narrensturms

Ein denkwürdiger Höhepunkt in der noch jungen Vereinsgeschichte ist der Faschingsdienstag 1971: Auf Initiative von Heinz Bader wird im Zusammenhang mit der Kreisreform ein Narrensturm der benachbarten Karnevalsvereine aus Nordbaden durch die Gundelsheimer Narrenschar erfolgreich abgewehrt.

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"Das war die Gaudi der Saison; Gundelsheim wurde gestürmt und gewaltsam überrannt. Das "Rennen" ging aber nicht so einfach vonstatten, denn zu Tausenden hatte sich das Narrenvolk in den engen Gassen versammelt, so dass kaum mehr ein Durchkommen war. Die Straßen waren geschmückt, ganz Gundelsheim und die Krumme Ebene auf den Beinen. Die Rhein-Neckar-Zeitung hatte den Sturm organisiert und Gundelsheim zu einem Faschingsdienstag verholfen, wie ihn unsere Nachbarstadt wohl nie gesehen hatte."

Das großartig aufgezogene Spektakel findet nicht nur bei der Bevölkerung aus nah und fern große Beachtung, sondern auch in Presse, Rundfunk und Fernsehen. Es versinnbildlicht die erfolgreichen Bemühungen der Gundelsheimer, beim Landkreis Heilbronn zu bleiben, nachdem ursprünglich vorgesehen ist, Gundelsheim dem Neckar- Odenwald-Kreis anzugliedern.

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Im gleichen Jahr, in dem der Verein sein zehnjähriges Bestehen durch ein besonders attraktives Faschingsprogramm betont, tritt erstmals das Himmelreichtrio in der Besetzung Bernd Ludescher, Rolf Raible und Siegfried Sammet mit großem Publikumserfolg auf und setzt damit neue Akzente im Vereinsprogramm.

"...das Himmelreich-Trio des befreundeten Gundelsheimer Carneval Vereins, das eine Riesen-Schau abzog und mit ihren alten Germanen den Saal auf den Kopf stellten...".

Beim Faschingsauftakt für die Kampagne l972/73 wird am ll.11.l972 die neue Vereinsstandarte geweiht. l973 feiert der GCV mit einem Spitzenprogramm seinen elften "Geburtstag". 1974 wird Heinz Bader wegen seiner hervorragenden Verdienste um den GCV und den Fasching zum "Ritter vom goldenen Vlies" geschlagen. Im Jahr l975 übernimmt Anton Ludescher als Nachfolger des verstorbenen Heinz Bader das Amt des Präsidenten.

Unterländer Sitzung 1976

1976 vertreten Peter Hahn als Ritter Götz und das Himmelreichtrio als Bayern den GCV bei der gemeinsamen Sitzung der Unterländer Carnevalsgesellschaften in der Heilbronner “Harmonie” erfolgreich. In diesem Jahr treten erstmals auch die "Schlabbergoschen auf" - eine Gruppe, die bis Anfang der 90er Jahre mit Gabi Lauber, Elke Lauber, Margot Ludescher, Eva Majer und Trude Sammet zu den Höhepunkten der Prunksitzungen gezählt werden darf.

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"..Den Höhepunkt der ersten Programmhälfte bildete der Auftritt der vier Putzfrauen (Anm. der Red.: Die Schlabbergoschen in der Besetzung Gabi Lauber, Margot Ludescher, Eva Majer und Trude Sammet). In hervorragend abgerundeter Darbietung und mit viel Sinn für Situationskomik brachten sie bald den ganzen Saal zum Brüllen."

Nachdem die seit 1962 in der alten Schule in Gundelsheim dem Verein zur Verfügung gestellten Räume nicht mehr ausreichen, stellt die Stadt Gundelsheim dem GCV ab Herbst 1976 bei der historischen Kelter den ostwärtigen Anbau als vorläufiges Vereinsheim zur Verfügung. Der GCV baut diese Räume zunächst provisorisch für seine Zwecke aus.
Seit 1978 sind die Faschingsumzüge als Ergebnis engagierter Vereinsaktivitäten ständig größer geworden und haben überregionale Bedeutung erlangt. Als Gegenleistung für die Auswärtsauftritte bekannter GCV-Aktiven wie dem "'Himmelreichtrio' erklären sich andere Karnevalsvereine und Musikkapellen bereit, beim Umzug mitzuwirken. 1979 gibt Anton Ludescher das Amt des Präsidenten ab. Zu seinem Nachfolger wird Sohn Bernd gewählt.

Gleichzeitig übergibt Erwin Riedle, der seit 1964 die Prunksitzungen in brillanter Weise geleitet hat, die Mütze des Sitzungspräsidenten an Sohn Wolfgang weiter. Bis heute moderiert Wolfgang Riedle die Prunksitzungen souverän und überzeugt dabei vor allem durch seine Schlagfertigkeit.

"Rund drei Jahre sind vergangen, seitdem sich für Unterländer Faschingsfreunde fast unbemerkt ein "Regierungswechsel" beim GCV vollzogen hat. (...) Nun galt es für die damals noch blutjungen Männer, sich nicht lange zu zieren. Und mit der Erfahrung ihrer Väter als Kreuzstütze übernahmen im März 1979 Bernd Ludescher und Wolfgang Riedle die verantwortungsträchtigen Würden ihrer Senioren...

Aufgrund der positiven Entwicklung des Gundelsheimer Faschings wird 1980 erstmals eine dritte Prunk- und Fremdensitzung durchgeführt. Ab 1981 beteiligt sich der GCV mit gutem Erfolg am Gundelsheimer Altstadtfest. Im Jahre 1982 wird es sogar notwendig, in der SG-Turnhalle eine vierte Prunksitzung abzuhalten.

Umzug erstmals international

Der Faschingsumzug 1983 stellt alles bis dahin Gewesene in den Schatten: Er ist mit 13 Kapellen und 73 Festzuggruppen der größte Umzug in der Geschichte des GCV. Zuvor haben sich nach zähem Ringen innerhalb des Komitees die “Jungspunde” Rolf Raible und Wolfgang Riedle durchgesetzt: Nachdem beide sich bereit erklären, das von manch’ erfahrenem Komiteemitglied befürchtete finanzielle Risiko von DM 200,00 zu tragen, werden die “Oohregrööbler” aus dem eidgenössischen Rotkreuz verpflichtet. Der Gundelsheimer Fasching ist somit international! Rückblickend darf festgestellt werden, dass sich auch hierbei der Mut und die Weitsicht ausgezahlt haben. Neben den zahlreich geschlossenen Freundschaften mit den Musikerinnen und Musikern zählen die Guggenmusiken zum Markenzeichen des Faschingstreibens in unserer Deutschordensstadt.
Die positive Entwicklung bei den karnevalistischen Veranstaltungen hat auch eine wesentliche Mitgliederbewegung zur Folge. Der GCV ist seit seiner Gründung bis zum 22-jährigen Vereinsbestehen im Jahr 1984 von 26 Mitgliedern auf 240 angewachsen; darunter sind 90 Aktive. Er verfügt über Mini-, Midi- und Prinzengarde, Männerballett, Schlosssänger, Himmelreichtrio, Hinterhofmusikanten, Schlabbbergoschen sowie mehrere Parodiegruppen und Büttenredner. Bedeutsam für den Verein und seine karnevalistischen Aktivitäten ist die im April 1983 nach zweijährigem Umbau der historischen Kelter fertig gestellte Deutschmeisterhalle. Nach über zwei Jahrzehnten in der SG-Halle finden im Februar 1983 dort letztmals Prunksitzungen statt. Ihre Feuertaufe besteht die neue Halle während der Jubiläumskampagne 1983/84 anlässlich des 22. "Geburtstages" des Vereins. Die verschiedenen Veranstaltungen können vor Vertretern des LWK, zahlreichen karnevalistischen und örtlichen Vereinsabordnungen, Gründungsmitgliedern, Ex-Prinzenpaaren und Ehrengästen glänzend präsentiert werden. Zahlreiche Ehrungen und Auszeichnungen durch den Landesverband unterstreichen die Leistungen des Vereins.

Empfang im Rathaus

Zu den Prunksitzungen und dem riesigen Umzug kommt zum ersten Mal ein Empfang der Prinzenpaare und Präsidenten der Gastvereine im Sitzungssaal des Gundelsheimer Rathauses durch Bürgermeister Lothar Oheim hinzu. Diese gelungene Veranstaltung findet seither jährlich statt. Für die positive Weiterentwicklung des GCV ist es besonders wichtig, dass es zur Programmbereicherung gelungen ist, die Zahl der Aktiven ständig weiter zu vergrößern. So tritt 1984 als vierte Garde erstmals die Juniorengarde auf. Deren Trainerinnen sind Margot Ludescher und Ruth Mager.

Das Kuhberg-Echo tritt auf

Im selben Jahr hat auch die Gundelsheimer Guggenmusik "Kuhberg-Echo" ihren ersten glanzvollen Auftritt. Organisiert wird die Truppe von Karin Lochmahr, Dirigent ist Karl-Heinz Grauf.

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1995 - elf Jahre nach der Gründung - feiert unsere Guggenmusik bereits mit einem internationalen Guggenmusiktreffen Jubiläum.

"Ein weiterer Höhepunkt war die "Guggenmusik Kuhbergecho', die mit lautem Getöse in die Halle einmarschierte. In ihren neuen Kostümen, einem Kuhkopf auf dem Haupt, brachten sie mit ihrer Guggenmusik die Stimmung im Saal zum Überkochen."

Das musikalische Können und die dazu passenden Showeinlagen der Schlosssänger dringen bis zum Süddeutschen Rundfunk nach Stuttgart vor. 1986 präsentiert sich die Gesangstruppe glänzend bei der Talheimer Rundfunksitzung.

"Die Narren im Landkreis lassen ihre Stimmen erschallen: Auch im Landkreis Heilbronn kommt der Fasching auf Touren. Dabei untermauerte Gundelsheim seinen Ruf als Hochburg der Narren. Dort begeisterten wieder einmal die GCV-Schloßsänger mit ihren schönen Stimmen.

Beim Ordensball 1987 wird mit der Auszeichnung "Goldener Kater" erstmals ein vereinseigener Orden verliehen. Die ersten Träger sind Heinz Fauser, Karl Greiß, Alfons Schmötzer und Heinrich Senser. Auch die Schautanzgruppe gibt ihr Debüt. Ab der darauf folgenden Kampagne sind auch Tanzmariechen mit von der Partie: Christina Lauber und Diana Klimmer treten im Duett auf. Später glänzen Nadine Schiemer, Nadine Oroszy, Linda Greiß und Janine Lagler als Tanzmariechen. Im Jahre 1987 tritt letztmals das Himmelreich-Trio in der Besetzung Bernd Ludescher, Rolf Raible und Siegfried Sammet bei einer Prunk- und Fremdensitzung auf. Seit 1988 sind die "Altstadtjodler" beim Gundelsheimer Fasching mit dabei. Von Anfang an bis zum heutigen Tage zählen Thomas Fuß, Ekkehart Krebs, Bernd Ludescher, Dieter Schell und Hermann Ziegler zum Stamm der Gruppe.

Einweihung des Vereinsheims

Beim Bau der Deutschmeisterhalle konnte auf die Belange des GCV Rücksicht genommen werden, so dass dem Verein der Anbau zur Nutzung und zum Ausbau überlassen werden konnte. Die Verbindung zwischen Veranstaltungshalle und Vereinsheim war damit Wirklichkeit geworden. 1986/87 ist der Ausbau des Vereinsheims mit Übungsraum, Sitzungszimmer, Küche, Vorraum, Toilette und Lagerraum fertig gestellt worden. Anton Ludescher und seine Helfer haben in rund 2.000 Arbeitsstunden dieses Werk unter größtmöglicher Schonung der Vereinskasse meisterlich geschaffen. Nach Ende der Kampagne 1987 begeht die närrische Familie das Heringsessen erstmals im neuen Domizil. Erhard Bader und seine Helferinnen zaubern seitdem jährlich zum Kampagnenabschluss ein meterlanges Buffet. Trauer bei der Vereinsfamilie im April 1988: Der langjährige Sitzungspräsident, und bis zu seinem Tode als Schatzmeister fungierende, Erwin Riedle muss zu Grabe getragen werden.

In der Kampagne 1988/89 erhält Anton Ludescher in Stuttgart die höchste Auszeichnung des Bundes deutscher Karneval, den "Goldenen Verdienstorden'. Mit Malermeister Wolfgang Sax als Bühnen-Dekorateur beginnt eine neue Ära. Seit der ersten Prunksitzung 1962 lag die Gestaltung des Bühnenbildes in den Händen von Anton Ludescher. Neben den Prunksitzungen zieht 1992 auch der Rosenmontagsball in die neue Veranstaltungshalle um. Seitdem treten der GCV und die Sportgemeinschaft gemeinsam als Veranstalter auf. Ihren ersten Auftritt hat im Jahre 1989 die Songgruppe “Ramba-Samba’”. Bereits in früheren Jahren standen die “Playing Singers” auf der Bühne.

In der Saison 1989/90 werden erstmals fünf Prunksitzungen abgehalten. In dieser Kampagne wird auch der "Schlafmützen-Orden" kreiert, welcher zusammen mit einer Schlafmütze an besonders vergessliche Mitglieder des GCV verliehen wird. 85 Gruppen nehmen am Umzug teil. 1991 gestaltet erstmals die Frauengruppe, aus der die heutigen "Rebläuse" hervorgehen, den Auftakt einer jeden Sitzung. Die Leitung liegt in den Händen von Carola Neuer, sowie Regina und Rolf Raible.

Der Fasching fällt aus

Wegen des Golfkrieges fällt die Saison 1990/91 aus. Bis kurz vor Faschingsbeginn proben die Aktiven eifrig. Doch aus Rücksicht auf das Kriegsgeschehen finden keine Prunksitzungen statt. Dafür betätigen sich Vereinsaktive im Frühjahr als Laienspieler im katholischen Gemeindehaus beim Theaterstück "Solo mit Hindernissen‘.

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Jahresmotto “Zirkus Narrasani”

Zum 30-jährigen Bestehen des GCV können durch vier Prunksitzungen und einen großen Umzug mit vier teilnehmenden Schweizer Guggenmusiken die Finanzen wieder einigermaßen saniert werden. Premiere feiert 1992 eine Kinderprunksitzung, bei der ein närrisches Programm von Kindern für Kinder geboten wird. Neu ist in dieser Kampagne auch ein Saisonmotto. Beim "Zirkus Narrasani" führt Zirkusdirektor Rolf Raible durch das Programm. Derweil fungiert Wolfgang Riedle als Faschingsprinz. Fortan werden Saisonorden und Bühnenbild auf das Motto abgestimmt.

Zur Gründungsversammlung des Umzugsvereins am 28.10.1992 finden sich 22 Personen ein. Erster Präsident wird Edgar Moser. 2002 wird der Verein wieder aufgelöst. 1992/93 stehen fünf Prunksitzungen auf dem närrischen Programm. Der Verein veranstaltet mit 180 Teilnehmern zum Familientag eine Neckarschifffahrt. In der Saison 93/94, bei der wegen großer Nachfrage sechs ausverkaufte Prunksitzungen veranstaltet werden, wird Willi Keicher als “Fräulein Schlepperle” wichtiger Bestandteil der Sitzungen. Erstmals tritt die Minischautanzgruppe, aus der sich der spätere Jugendschautanz entwickelt, unter den Trainerinnen Tanja Baumgart und Claudia Oheim auf. Im selben Jahr gibt Bernd Ludescher nach 14-jähriger Präsidentschaft dieses Amt ab. Zu seinem Nachfolger wird Dr. Eberhard Druschky gewählt. Für seine Verdienste zum Wohle des GCV wird Bernd Ludescher 1995 von Bürgermeister Lothar Oheim die Ehrennadel des Landes Baden-Württemberg überreicht. Am 31.01.1998 wird Rolf Raible und Wolfgang Riedle dieselbe Ehrung zuteil.

33-jähriges Jubiläum

Seinen 33. "Geburtstag" feiert der GCV farbenprächtig in der Deutschmeisterhalle. Zuvor werden im Saal von Schloss Horneck Gründungsmitglieder, Prinzenpaare und weitere Ehrengäste empfangen. Ein Feuerwerk ist Beginn eines eindrucksvollen Jubiläumsabends. Eine ökumenische Narrenmesse in der St. Nikolaus Kirche und eine eigens unter der Leitung von Bernd Gottwald erschienene Musikkassette mit den schönsten Gundelsheimer Faschingsschlagern sind weitere Höhepunkte 1995. Im Jubiläumsjahr sind 526 Personen Mitglied beim GCV, darunter 223 Aktive. Sieben Prunksitzungen sind es, die alle in der ausverkauften Deutschmeisterhalle vor einem begeisterten Publikum präsentiert werden.

"Gundelsheimer Carneval auf unendlicher Reise: Stimmung auf höchster Ebene. Erste von sieben Prunk- und Fremdensitzungen begeisterte das Publikum."

1996 treten Hartmut Kolb und Georg Keller erstmals als "K&K-Duo" bei allen Prunksitzungen auf. Nachdem die öffentliche Verbrennung des Fassebutzen eingestellt wurde, wird Mitte der 90er Jahre auch dieser feierliche und tränenreiche Akt im Kreise der Vereinsfamilie neu belebt.

Fernsehsitzung 1997 live aus Gundelsheim

Es ist der 24. Januar 1997: Mit der Übertragung der Faschingssitzung des LWK aus der Deutschmeisterhalle im Dritten Programm des Südwest-Fernsehens wird das närrische Gundelsheim bundesweit bekannt. Beim Querschnitt der schwäbischen Narretei vom Bodensee bis ins Unterland sind die Altstadtjodler, Anja Baumgartner und Silvia Englert, die Schlosssänger, Willi Keicher, das K&K-Duo, die Guggenmusik "Kuhbergecho" und als Moderator Wolfgang Riedle mit von der Partie.

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Bereits ein Jahr zuvor hat unsere Symbolfigur, der Kater (Birgit Greiß) bei der Fernsehsitzung in Reutlingen seinen Auftritt. Seither haben zahlreiche Aktive des GCV via Übertragung den Weg auf die heimischen Bildschirme gefunden: 1998 gestalten die Schlosssänger, das K&K-Duo, sowie Tanja und Timo Riedle die Fernsehsitzung des LWK mit. Ein Jahr später, am 05. Februar 1999, sind erstmals Aktive des GCV bei der ARD mit von der Partie: Silvia Englert und Anja Baumgartner, sowie das K&K-Duo vertreten nicht nur die Farben des GCV, sondern machen die Faschingshochburg Gundelsheim zur besten Sendezeit am Freitagabend in der ganzen Republik bekannt. Ein Jahr später sendet die ARD live aus Friedrichshafen. Pius Haaf und Martin Oheim drehen mit Unterstützung von Sabine Englert, Sandra Schneiderhan und Tobias Schmötzer als Formel 1-Fahrer ihre Runden auf der Bühne. 1,44 Millionen Menschen verfolgen laut Mediaanalyse diese Faschingssendung im Ersten. Kaum zurück vom Bodensee, stehen die Fernsehkameras wieder neben Schloss Horneck: Zum zweiten Male ist der GCV Ausrichter der Fernsehsitzung des LWK. Diesmal präsentieren sich Garden des GCV, Kuhbergecho, Altsstadtjodler, Stefan Wittmann, Männerballett, K&K-Duo und die Schlosssänger den Zuschauern in der Deutschmeisterhalle und am Bildschirm. Wiederum das K&K-Duo vertritt 2001 den GCV bei der LWK-Fernsehsitzung in Esslingen. Die Schlosssänger stellen derweil bei der BTV-Sitzung "Best of Baden-Württemberg", gesendet aus dem Kurhaus in Baden-Baden, ihr Können unter Beweis. Zum dritten Male weilt das Südwest-Fernsehen zur Übertragung der Livesendung "Schwäbische Fasnet" am 02. März 2003 in unserer Deutschordensstadt. Mit Guggenmusik, Altstadtjodlern, Schlosssängern, K&K-Duo, Willi Keicher und Sitzungspräsident Wolfgang Riedle stellt der GCV das Gros des Programms! 2005 sind die Schlosssänger und das K&K-Duo bei der Landesfernsehsitzung in Esslingen dabei.

"Stimmung live aus Gundelsheim: Über 200 Akteure tanzten, sangen und spaßten bei der Fernsehsitzung."

Traurig endet das Jahr 2000 für den GCV: Mit dem Tod von Anton Ludescher im Dezember entsteht eine große Lücke - Toni Ludescher zählte seit der Geburtsstunde des GCV zu den tragenden Säulen des Vereins.

Vorläufig zum letzten Male findet 2001 der Ordensball statt. Fortan erhalten alle, die sich um den GCV verdient machen, zum Kampagnenstart im November den Saisonorden. Für die bisher zum Ordensball eingeladenen Abordnungen befreundeter Karnevalvereine wird vor Beginn der Prunksitzungen ein Empfang ausgerichtet. Die Idee zur Gründung des Jugendausschusses entsteht am 05.09.2001, die erste Jugendausschusssitzung findet bereits am 29.09.2001 statt. Mit dabei sind Daniela Haaf, Franziska Haaf, Ines Heberle, Natascha Löffler, Tanja Riedle, Carmen Schell, Jasmin Schell, Jasmin Stitzelberger, Carmen Weiß, Daniel Gönnenwein, Markus Heinz, Tobias Neuer und Timo Riedle. 2002 lädt der GCV erstmals zu acht Prunksitzungen in die Deutschmeisterhalle ein.

Einweihung Vereinsdepot 2003

Groß gefeiert wird beim GCV im Mai 2003:

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Nachdem im März 2000 der Grundstückskauf für den Bau eines Depots im Gundelsheimer Industriegebiet besiegelt wurde, entsteht auf dem Areal unter Mithilfe aktiver Mitglieder eine Gerätehalle mit Nebenräumen. Die Einweihungsfeierlichkeiten gehen über drei Tage.

Im September 2003 muss die GCV-Familie Abschied von Eugen Ziegler nehmen. Seit 1963 war er an vorderster Stelle beim GCV engagiert.

Große Auszeichnungen kann Präsident Dr. Eberhard Druschky beim Kampagnenstart 2003 verkünden: Mit Bernd Ludescher, Rolf Raible und Wolfgang Riedle erhalten drei verdiente Aktive des GCV den Goldenen Verdienstorden des Bundes Deutscher Karneval (BDK). Das Trio steht für die positive Entwicklung des GCV seit Anfang der 80er Jahre. Ihren Ursprung beim GCV haben alle im Spielmannszug. Als 1979 Bernd Ludescher und Wolfgang Riedle das Amt des Präsidenten beziehungsweise des Sitzungspräsidenten übernehmen, treiben beide zielstrebig ihre Vorstellungen voran, ohne jedoch die Leistung ihrer Väter zu vergessen. Seit dieser Zeit befindet sich auch Rolf Raible im Präsidium. Er wirkt inzwischen als künstlerischer Leiter, Chef der Schlosssänger, musikalischer Leiter der Rebläuse, Gestalter von Bühnenbild und Orden und gilt als der kreative Kopf des GCV. Wolfgang Riedle ist nicht nur Sitzungspräsident, sondern darf getrost als Manager des Vereins bezeichnet werden. Und mit der “musikalischen Wunderwaffe” des GCV, Bernd Ludescher hat der Verein seit vielen Jahren einen engagierten Aktiven in Reihen, um den der GCV beneidet wird.

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2003 übernehmen Mark Helm und Etienne Mayer die Ausführung der Bühnenbildgestaltung vom erkrankten und im August 2003 verstorbenen Wolfgang Sax. Mit Josef Ibach nimmt sich ab der Kampagne 2004/05 ein weiterer Künstler dieser Aufgabe an.

Bei der ersten Prunksitzung 2004 erhalten Margot Ludescher und Dr. Eberhard Druschky den BDK-Orden in Silber. Am Faschingsauftakt zur Kampagne 2004/05 wird diese Auszeichnung an Regina Raible, Erhard Bader und Uwe Gönnenwein verliehen. Im Dezember desselben Jahres wird Eva Majer mit dem BDK-Orden in Gold ausgezeichnet. Premiere feiert am 22. Februar '04 die Jugendsitzung mit anschließender Disco. Die Organisation und Durchführung liegt dabei in den Händen des Jugendausschusses.

4 x 11 Jahre GCV

Zum 44-jährigen Vereinsbestehen zählt der GCV 1.007 Mitglieder und ist somit zweitgrößter Einzelverein im Landesverband Württembergischer Karnevalvereine. Das Programm der Prunksitzungen bestreitet der GCV ausschließlich aus den eigenen Reihen, wofür 296 Narren Garant sind. Neben acht Prunksitzungen werden je eine Kinder-, Jugend- und Seniorensitzung veranstaltet. Das ganze Jahr über vertreten die Vereinsmitglieder, sowohl im Verwaltungsraum Gundelsheim als auch bei karnevalistischen Veranstaltungen im Unterland oder beim Landesverband, die Farben des GCV.

Das in 44 Jahren Gundelsheimer Carneval-Verein Geschaffene erfüllt alle daran Beteiligten mit berechtigtem Stolz. Die erbrachten Leistungen wurden nicht nur gehegt und gepflegt, sondern kontinuierlich optimiert und den jeweiligen zeitlichen Gegebenheiten angepasst. Besonders durch die Fernsehsitzungen, aber auch die Berichterstattung vom Umzug am Faschingsdienstag in der Landesschau und den Printmedien, hat sich Gundelsheim als Faschingshochburg weit über die Unterländer Grenzen hinaus einen Namen gemacht. Mit den derzeit acht Prunksitzungen, Faschingssitzungen für Kinder, Jugendliche und Senioren, dem Rosenmontagsball, Besuch der Kindergärten, Umzug am Fasnachtsdienstag und der Teilnahme an Umzügen, Ordensabenden und weiteren (närrischen) Veranstaltungen befreundeter Vereine und Verbände, verpflichtet sich der Gundelsheimer Carneval-Verein auch im 44. Jahr seines Bestehens dem bei der Vereinsgründung 1962 festgelegten Vereinszweck: “Witz, Humor, Satire, Kunst und die karnevalistische Geselligkeit in Sitzungen und Umzügen, sowie alte deutsche Fastnachtsbräuche zu pflegen. Der Verein hat sich zur Aufgabe gemacht, für eine anständige Durchführung des Karnevals einzutreten.

Möge dies auch in der Zukunft weiter in solch gelungener Weise geschehen.